Deutschland. Ein Wintermärchen

Deutschland. Ein Wintermärchen
Donnerstag | 26. März 2020 | 20:00 Uhr


Heinrich Heine reiste 1843 nach 13 Jahren Exil in Paris erstmals wieder in die Heimat, die für ihn nie eine war. Diese Reise nach Deutschland nimmt er zum Anlass, ein Panorama der deutschen Zustände zu entwerfen, auf die er mit aller Bissigkeit blickt. Es sind eben die Zustände, die ihn heimatlos machten.
„Deutschland – ein Wintermärchen“ ist die perfekte Mischung all jener Elemente, die Heines Dichtung auszeichnen – Klagelied, Satire, Frotzelei, gefälschte Daten und Wege, Rempelei gegen Zeitgenossen und Kampfgesang gegen die Zeit.
Heines früher Zweifel am Nationalen, der der Rechtfertigung der eigenen Heimatlosigkeit entsprang, wurde zu einer Kritik an der bürgerlichen Gesellschaft schlechthin, und macht Heine zu einem Visionär eines neuen Europa.

+++ „Mit der Adaption von Heines „Wintermärchen“ hat das Junge Theater ein Ausrufezeichen gesetzt. Dem wurde auch der lautstarke, langanhaltende Applaus gerecht.“ (Göttinger Tageblatt) +++

+++ „Das Ganze endet mit einem Plädoyer für »ein neues Geschlecht […] / Mit freien Gedanken« und knüpft so wieder an die hoffnungsvolle Exposition an. Auch wenn die Zuversicht den Dichter letztlich täuschte, gilt es trotzdem, an ihr festzuhalten. Diese Botschaft, mit der das Publikum entlassen wird, stärkt allen das Rückgrat, die täglich gegen nationalistische Borniertheit kämpfen und dabei teils Kopf und Kragen riskieren. Nicht zuletzt deshalb muss man Deutschland. Ein Wintermärchen am JT gesehen haben.“ (litlog) +++

Mit: Jan Reinartz und Katharina Brehl
Inszenierung: Tobias Sosinka
Ausstattung: Hannah Landes


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